Prüfungsschema: Vorsätzliches Begehungsdelikt – Der Tatbestand

E-Law Admin/ Juni 5, 2017/ Strafrecht/ 0Kommentare

Strafrecht AT

  1. Das vorsätzliche Begehungsdelikt
    1. Der generelle Aufbau
      I. Tatbestand
      II. Rechtswidrigkeit
      III. Schuld
      IV. Sonstige Strafbarkeitsvoraussetzungen

      [responsivevoice voice=”Deutsch Female” buttontext=”

    2. Der Tatbestand (im Einzelnen)
      1. Objektiver Tatbestand
        1. Tatsubjekt (Täter)
        2. Tatobjekt
        3. Tathandlung (und insofern ein Erfolgsdelikt – der Erfolgseintritt)
        4. Kausalität (zwischen Tathandlung und Erfolg; idR erfolgt die Beurteilung anhand der Conditio-sine-qua-non-Formel)
        5. Objektive Zurechenbarkeit (es braucht ein Erfolgsrisiko und einen Risikozusammenhang: “Objektiv zurechenbar ist ein Erfolg dann, wenn der Täter eine rechtlich relevante Gefahr geschaffen hat, die sich im tatbestandsmäßigen Erfolg realisiert.”)
      2. Subjektiver Tatbestand
        1. Vorsatz (Hier bedarf es grds. des Willens zur Verwirklichung des objektiven Tatbestandes in Kenntnis aller seiner Merkmale. Wichtig wird an dieser Stelle auch die Abgrenzung zwischen bewusster Fahrlässigkeit und Eventualvorsatz (dolus eventualis) mittels zB der Möglichkeit-, Wahrscheinlichkeits- oder Billigungstheorie. )
        2. Sonstige subjektive Tatbestandsmerkmale (z.B.: Zueignungsabsicht beim Diebstahl oder Bereicherungsabsicht bei Betrugsdelikten)
      3. Mögliche Irrtümer
        1. Tatbestandsirrtum
          1. Definition: Irrtum über das Vorliegen eines Umstandes der zum gesetzlichen Tatbestand gehört.
          2. Rechtsfolge: Der Täter handelt ohne Vorsatz, ggfs. aber fahrlässig.
        2. Error in persona vel objecto
          1. Definition: Der Täter trifft das Objekt auf das er zielt, irrt sich aber in der Identität des Objekts.
          2. Rechtsfolge bei Gleichwertigkeit: Der Täter wird hinsichtlich des tatsächlich getroffenen Tatobjekts bestraft und der Vorsatz bleibt auch erhalten. (Immerhin hat er getroffen was er anvisiert hat.)
          3. Rechtsfolge bei Ungleichwertigkeit: Hier wird der Täter wegen Versuchs bei gedachten und wegen Fahrlässigkeit angesichts des getroffenen Tatobjekts verurteilt.
        3. Aberratio ictus
          1. Definition: Ein Fehlgehen der Tat (zB wenn der Täter nicht das anvisierte, sondern ein gänzlich anderes Objekt trifft.)
          2. Rechtsfolge: nach hM wird für das intendierte Tatobjekt eine versuchte Vorsatztat angenommen und am getroffenen eine vollendete Fährlässigkeitstat. Bei gleichwertigen Rechtsgütern wird von einer Mindermeinung wie oben beim error in persona vel objecto ein Vorsatzdelikt angenommen.

 

Share this Post

Hinterlasse einen Kommentar