Klausur BGB BT – Die Kartenlegerin

E-Law Admin/ Mai 9, 2017/ Klausuren, Klausuren im Zivilrecht, Klausuren im Zivilrecht für Fortgeschrittene/ 0Kommentare

Klausur: Die Kartenlegerin

orientiert an:  BGH, Urt. v. 13.01.2011 – III ZR 87/10

Aufgabe

Die 39-jährige Helen fühlte sich seit ihrer Scheidung schlecht und dachte deshalb in letzter Zeit sogar daran, sich das Leben zu nehmen. Im Internet stieß sie dann aber eines Tages auf ein Angebot der Kartenlegerin Michelle, wonach diese für 50 Euro mittels magischer Kräfte die Zukunft lesen werde. Helen war begeistert und erhoffte sich einen Lichtblick in ihrem trübseligen Leben. Sie machte sofort bei der Kartenlegerin Michelle einen Termin.

Da Helen infolge der Lebenskrise ganz schüchtern geworden war, nahm sie zur Sitzung bei Michelle ihr 17-jähriges selbstbewusst-freches Patenkind Carl mit, der hin und wieder mal auf einen Kaffee bei ihr vorbeischaut. Carl, den die Idee seiner »verrückten« Patentante belustigte und der nicht an magische Kräfte und Kartenlegung glaubt, lies sich auf der Sitzung aus Jux dann ebenfalls die Karten legen. Carl bezahlte die 50 Euro sodann von seinem Taschengeld. Michelle legt das von Helen und Carl erhaltene Geld in ihr prall gefülltes Portemonnaie.

Ein paar Tage später hörte Carl von seinen Klassenkameraden, dass ein Vertrag über Kartenlegung »ungültig« sei. Zum einen sei es gar nicht möglich, die Zukunft vorherzusagen und zum anderen sei er minderjährig und bräuchte schon aus diesem Grunde für die Kartenlegung nicht zu zahlen. Schließlich hätten seine Eltern nichts von seiner »Aktion« gewusst und wenn sie davon gewusst hätten, dann hätten sie es sicher nicht erlaubt.

Carl findet die Überlegungen seiner Klassenkameraden überzeugend und überredet daraufhin seine Patentante Helen, mit ihm gemeinsam erneut zur Kartenlegerin Michelle zu gehen und ihre bereits gezahlten insgesamt 100 Euro zurückzuverlangen. Welche Ansprüche haben Helen und Carl gegen Michelle ?

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