BGH 8. Zivilsenat, Urteil vom 30.10.2019, VIII ZR 177/18

e-Law Admin/ November 22, 2019/ BGH-Rechtsprechung/ 0Kommentare

Leitsatz

1. Bei vorzeitiger Beendigung eines Mietkauf- oder Leasingvertrags ist der Kündigungsschaden des Mietverkäufers/Leasinggebers konkret zu berechnen, wenn sich eine von ihm verwendete Formularbestimmung über die Abzinsung der Mietkauf- beziehungsweise Leasingraten als unwirksam erweist (Bestätigung von BGH, Urteil vom 26. Juni 2002 – VIII ZR 147/01, BGHZ 151, 188, 195 mwN).

2. Bei der Darlegung des konkret entstandenen Schadens obliegt es dem Mietverkäufer/Leasinggeber, seine Refinanzierungskosten anzugeben, deren Ersparnis im Rahmen des ihm zustehenden Schadensersatzes anspruchsmindernd zu berücksichtigen ist (Bestätigung von BGH, Urteile vom 28. Oktober 1981 – VIII ZR 302/80, BGHZ 82, 121, 132 und vom 16. Mai 1990 – VIII ZR 108/89, BGHZ 111, 237, 243 f.).

3. Nimmt der Mietverkäufer/Leasinggeber – etwa aufgrund der großen Anzahl der abgeschlossenen Verträge – keine Einzelrefinanzierung vor, genügt zur Darlegung seines (konkreten) Refinanzierungsaufwands eine kalkulatorische Ermittlung.

Verfahrensgang ausblendenVerfahrensgang

vorgehend OLG Stuttgart, 8. Mai 2018, Az: 6 U 115/17, Urteil
vorgehend LG Stuttgart, 24. März 2017, Az: 22 O 302/14

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