BGH 8. Zivilsenat, Teilurteil vom 15.02.2017, VIII ZR 284/15

E-Law Admin/ April 4, 2017/ BGH-Rechtsprechung/ 0Kommentare

Leitsatz

1. Ob ein wesentlicher Verfahrensmangel im Sinne von § 538 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO vorliegt, ist allein aufgrund des materiell-rechtlichen Standpunkts des erstinstanzlichen Gerichts zu beurteilen, auch wenn das Berufungsgericht ihn für verfehlt erachtet (st. Rspr.; Bestätigung von BGH, Urteile vom 9. Juli 1955, VI ZR 116/54, BGHZ 18, 107, 109 f. [zu § 539 ZPO aF]; vom 1. Februar 2010, II ZR 209/08, WM 2010, 892 Rn. 11; vom 26. Oktober 2011, VIII ZR 222/10, NJW 2012, 304 Rn. 12; vom 14. Mai 2013, VI ZR 325/11, NJW 2013, 2601 Rn. 7 und vom 22. Januar 2016, V ZR 196/14, NJW 2016, 2274 Rn. 12).

2. Hat das erstinstanzliche Gericht bei der Auslegung von vertraglichen Bestimmungen anerkannte Auslegungsgrundsätze missachtet, liegt hierin kein – zur Zurückweisung des Rechtsstreits an die erste Instanz berechtigender – Verfahrensfehler, sondern ein materiell-rechtlicher Auslegungsfehler (im Anschluss an BGH, Urteil vom 3. November 1992, VI ZR 362/91, NJW 1993, 538 unter II 2 a).

Verfahrensgang ausblendenVerfahrensgang

vorgehend Oberlandesgericht des Landes Sachsen-Anhalt, 14. Oktober 2015, Az: 12 U 61/15 (Hs)
vorgehend LG Halle (Saale), 28. April 2015, Az: 8 O 4/14

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