BGH 6. Zivilsenat, Urteil vom 30.05.2017, VI ZR 203/16

E-Law Admin/ Juli 21, 2017/ BGH-Rechtsprechung/ 0Kommentare

Leitsatz

1. Die Entscheidung des Arztes für die Wahl einer nicht allgemein anerkannten Behandlungsmethode (hier: ganzheitliche Zahnmedizin) setzt eine sorgfältige und gewissenhafte medizinische Abwägung von Vor- und Nachteilen unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles und des Wohls des konkreten Patienten voraus.

2. Bei dieser Abwägung dürfen auch die Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten der Schulmedizin nicht aus dem Blick verloren werden.

3. Je schwerer und radikaler der Eingriff in die körperliche Unversehrtheit des Patienten ist, desto höher sind die Anforderungen an die medizinische Vertretbarkeit der gewählten Behandlungsmethode.

Verfahrensgang ausblendenVerfahrensgang

vorgehend OLG Zweibrücken, 19. April 2016, Az: 5 U 8/14, Urteil
vorgehend LG Frankenthal, 19. März 2014, Az: 4 O 450/11, Urteil

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