e-Law Admin/ Mai 8, 2020/ BGH-Rechtsprechung/ 0Kommentare

Leitsatz

1. Das Recht der Mutter auf Anfechtung der Vaterschaft ist nicht von weiteren Voraussetzungen und insbesondere nicht von einer Kindeswohldienlichkeit abhängig.

2. Ein rechtsgeschäftlicher Ausschluss des Rechts auf Anfechtung der Vaterschaft ist nicht möglich, so dass ein Verzicht auf das Anfechtungsrecht wirkungslos ist (im Anschluss an Senatsurteile vom 12. Juli 1995 – XII ZR 128/94, FamRZ 1995, 1272 und BGH, Urt. v. 3. Mai 1995 – XII ZR 29/94, BGHZ 129, 297 = FamRZ 1995, 861).

3. Die Mutter ist nicht nach Treu und Glauben an der Anfechtung der durch Ehe begründeten Vaterschaft gehindert, wenn die Ehe in dem beiderseitigen Wissen, dass die Braut von einem anderen Mann schwanger ist, und mit dem Ziel, dem Bräutigam den Status als rechtlicher Vater zu verschaffen, geschlossen worden ist (Fortführung von Urt. v. 3. November 1978 – IV ZR 199/77, BGHZ 72, 299 = FamRZ 1979, 112 und BGH, Urt. v. 10. Mai 1951 – IV ZR 72/50, BGHZ 2, 130).

Verfahrensgang ausblendenVerfahrensgang

vorgehend OLG Bamberg, 12. Juni 2019, Az: 7 UF 99/19
vorgehend AG Hof, 29. März 2019, Az: 4 F 568/18

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